Der Jägerzug im Jahr 19551955 lud der Heimat- und Schützenbund Osterath zum ersten Mal wieder seit dem II. Weltkrieg alle Osterather Vereine zur Feier eines gemeinsamen Schützenfestes ein. Dies war auch für den Osterather Turnverein (OTV) das Startzeichen, an die, seit der Gründung 1893 bestehenden, Tradition der Schützenfestteilnahme anzuknüpfen.
 
Gegründet von den Turnern Emil Küppers, Franz Wagner, Karl Savelsberg, Heinz Schaven und Hermann Schüren, stellte der OTV von Beginn an eine Fahnengruppe und 2 Jägerzüge. Die Fahnengruppe mit der 4-F-Fahne der Turner stand unter dem Kommando von Hermann Schüren, die beiden Jägerzüge wurden von Karl Savelsberg und Emil Küppers kommandiert.
1964 wurden die beiden Züge zu einem gemeinsamen Zug vereinigt. 

In grüner Uniformjacke und weißen Hosen, passend zu den Vereinsfarben des OTV, präsentierte sich der Jägerzug seit Beginn als feste Einheit. Ein sauberer Stechschritt zur Parade und immer äußerste Disziplin wurden zum Markenzeichen der Truppe, deren Zusammenhalt über viele Jahre andauern sollte.
 
Der Jägerzug bei der Parade 1980Spontan zum 1. Schützenfest entstanden, wurde aus dem "Jägerzug OTV" schon bald eine feste Gemeinschaft, die später auch eine der Wurzeln der Schießabteilung bildete. Zwischenzeitlich richtete man sogar das Regimentsschießen des Heimat- und Schützenfestes aus. Auch heute noch sind hervorragende Schützen im Jägerzug aktiv, was unter anderem der Gewinn der Gruppenplakette in den Jahren 2006 und 2014 beweist. Insgesamt wurde dieser Wanderpreis mehrere Male von den Grün Weissen Jungens zur Schau getragen.

Innerhalb des Osterather Schützenregiments bildet der Jägerzug des OTV eine der Gruppen mit der größten Kontinuität.
Manch einer war seit 1955 dabei. So trug Günter Funke seit Beginn die "4-F-Fahne" im Schützenzug.

Bis zum Jahr 1976 marschierte der OTV Jägerzug in weißen Hosen in den Umzügen, seit 1978 werden in den Umzügen und während des Schützenfestes schwarze Hosen getragen.

Das Kommando führte seit 1964 Karl Savelsberg, der 1982 sein Amt an Albert Krüger weitergab.
 
1985 gründete sich der Zug "OTV Landsknechte" mit Zugführer Jörg Caspar. Dieser Zug nahm an drei Schützenfesten (1986-1990) teil und führte hierbei auch eine eigene Standarte mit. 1992 fanden sich jedoch nicht mehr genügend Teilnehmer zusammen. Aus diesem Kreis bildete sich zwischenzeitlich (1991) der 2. Jägerzug unter der Zugführung Thomas Erfurt und Leutnant Lothar Frey. 1992 konnte dieser Zug zum ersten Mal am Osterather Schützenfest teilnehmen und ist bis heute aktiv.

1998 erhielt der Zug seine neue VereinsstandarteDie Fahnengruppe im Jahr 1996 vom OTV, die von da an bei den großen Umzügen und besonderen Gelegenheiten mitgeführt wird.
 
Das Jahr 2000 stellte aus Sicht des 1. Jägerzuges OTV ein Umbruchjahr dar.

Zum ersten Mal fanden sich nicht mehr genügend Schützen zusammen, um einen eigenständigen Zug beim Schützenfest zu stellen. Auch die Fahnengruppe sollte
bei diesem Schützenfest nicht auflaufen, da es durch Unstimmigkeiten in den eigenen Reihen zu einem Auseinandergehen der Aktiven kommen sollte.

Trotzdem wurde der Verein nicht beim Heimat- und Schützenbund abgemeldet sondern nur brach gelegt.
 
Im Schützenfestjahr 2002 rekrutierte Heinz Schaven, der den Jägerzug sporadisch weiter verwaltete, mit Günther Funke und Daniel Krüll zwei der letzten Aktiven der vergangenen Jahre und mit Günther Margielsky und Dietmar Böttcher zwei Schützen aus der Schiesssportgruppe der Bruderschaft für den Jägerzug, um zum Schützenfest 2002 wieder eine Fahnengruppe des OTV zu stellen.
 
Der Jägerzug im Jahre 1992Es folgte ein Schützenfest mit Minimalprogramm um die neue Gruppe langsam an die Teilnahme beim Schützenfest heran zu führen. Im Zuge der Mitgliedergewinnung stießen mit Christian Hering von der Osterather Bürgerwehr und Wolfgang Plorin, vormals Jägerzug Grün-Schwarz 2 neue Mitglieder zum Jägerzug hinzu. Nach dem zwischenzeitlichen, traurigen Abschied von Günther Funke übernahm Daniel Krüll das Amt des Fahnenoffiziers. Zudem übertrug der damalige Zugführer Heinz Schaven sein Amt an Günther Margielsky und wurde Hauptmann der Reserve. Günther Margielsky wurde daraufhin im Jahr 2006 zum Oberleutnant befördert.
 
Im Schützenfestjahr 2006 wurden zum ersten Mal eigene Uniformen gekauft und die Quartiere der Mannschaft wieder geschmückt. Mit dem Gewinn der Gruppenplakette beim Regimentsschiessen 2006 zeigte der Verein, das er nicht nur Schützenfestgänger, sondern in guter alter Tradition auch hervorragende Schützen in seinen Reihen beherbergt.
 
Im Jahr 2008 gab es zum ersten Mal seit Neuaufstellung des Vereins ein Königsvogelschiessen, welches Christian Hering fast im Alleingang für sich entscheiden konnte, da er neben dem Rumpf auch noch 3 Pfänder schoss.

Zum Schützenfest 2008 traf es uns aus heiterem Himmel. Kurz vor den Festtagen, erkrankte unser Zugführer Günther Margielsky und war, im wahrsten Sinne des Wortes, bewegungsunfähig.
Aber alles Schlechte hat auch etwas Gutes! Während unser Zugführer "gemütlich" im warmen Bett des Krankenhauses lag, erklärte sich sein Sohn, Stefan Margielsky, spontan bereit für Ihn ein zuspringen. Angetan von der guten Atmosphäre im Zug, durften wir ihn ein paar Wochen später auch offiziell im Zug aufnehmen.
Ebenfalls nach dem Schützenfest 2008 stießen Kai Krüll und Markus Klinkenberg zur Truppe.

Besatzung Königsburg 2012Im Jahr 2009 wurde beim Vogelschiessen der neue König Daniel I., Daniel Krüll, ausgeschossen. Alle Schützen außer dem bis dahin amtierenden König Christian I. kämpften verbissen um die Königswürde, doch Daniel Krüll hatte einfach das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite und durfte genau 20 Jahre nach seinem Vater Georg zu Schützenfest den Jägerzug regieren.

Daniels Nachfolger sollte zum nächsten Schützenfest wieder Christian Hering werden, der sich hartnäckig gegen seine Konkurrenz durchsetzte. Zu Ruhm kam der Jägerzug beim Schützenfest 2012 indem man kurzerhand zum Samstags-Biwak bei der Mutter der Kompanie, Christel Krüll, die ebenfalls dort ansässige Königsburg der Musketiere besetzte, die ihr König Benjamin Krüll am Abend mit einer Runde für den Jägerzug wieder auslösen musste. Zum Dank für die leckeren Kaltgetränke bekamen König Benni und seine Königin Claudi ein Bild der besetzten Burg überreicht und die Westdeutsche Zeitung widmete der feindlichen Übernahme am nächsten Tag sogar einen Artikel.

2014 wurde dann das Jahr von Kai Krüll. An einem lauschigen Abend auf der Schießanlage, den wir mit unseren Passivmitgliedern gemeinsam verbrachten, gab er den letzten und entscheidenden Schuß auf den Vogel ab und durfte voller Stolz das Königssilber entgegen nehmen. Zudem bekamen wir mit Helmut Pinkert weitere Verstärkung für unsere Reihen, die sich so langsam aber sicher füllen.
Im Mai 2015 hatte das notwendige Quentchen Glück beim Vogelschuss dann auch der Chef höchstpersönlich. Günther Margielsky erfüllte sich den Traum vom „kleinen König“ und schoss den Vogel fachmännisch von der Stange. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte bekam er das Königssilber aber nicht auf der Schiessanlage überreicht, sondern musste bis zum 24. Oktober warten. Ein großes Fest warf seinen Schatten voraus…

60. Jubiläum 2015Denn zum 60 jährigen Jubiläum im Oktober 2015 feierte der Jägerzug Grün Weisse Jungens seinen ersten Krönungsball der Vereinsgeschichte in seinem damaligen Wachlokal „Dorfschänke“. An diesem rauschenden Abend wurde nicht nur der neue König Günther Margielsky mit seiner Frau Marina in Amt und Würden gehoben, sondern auch treue Mitglieder des Zuges geehrt. Für 60 Jahre Mitgliedschaft erhielten, aus den Händen vom stellv. Bürgermeister Jürgen Eimer, die passiven Mitglieder Heinz Schaven und Josef Schüren eine Ehrenplakette des Jägerzuges. Helmut und Hans Hüttges wurden für 50 Jahre ausgezeichnet. Als aktiver Schütze erhielt Daniel Krüll eine Auszeichnung für 25 Jahre Vereinstreue. Es war ein toller Abend mit vielen guten Freunden und Förderern des Vereins. Bis spät in die Nacht ging das Fest und alle waren sich einig, das musste wiederholt werden.

Fast ein Jahr später, im September 2016 folgte dann das Schützenfest. Auf Initiative von Kai Krüll stieß sein Bruder Lars Stapelmann zum Jägerzug, der in seinem ersten Jahr direkt dem „großen“ Vogel den Schwanz abschoss. Das Schützenfest konnte unser Königspaar Günther I. mit Königin Marina in vollen Zügen genießen.
Da ja nach dem Schützenfest bekanntlich immer vor der nächsten Veranstaltung ist, liefen bereits kurze Zeit später die Planungen für das Vogelschiessen 2017 und den Krönungsball, der im November desselben Jahres stattfinden sollte.

Der Jägerzug im Jahre 2016Ende Mai war es dann soweit, man traf sich wieder auf der Schiessanlage, um einen König auszuschiessen. Wie immer war nach den Schüssen der Ehrengäste das Ringen um die Königswürde hart umkämpft. Aber nicht nur die aktiven Schützen, sondern auch die passiven Mitglieder des Jägerzuges schossen erstmalig einen König in ihren Reihen aus. Hier konnte sich Georg Krüll, selbst Schütze der Osterather Heidekompanie und ehemaliges Mitglied der Grün Weissen Jungens, durchsetzen. Kurz danach stand dann auch der Regent der aktiven Truppe fest, auf Günther Margielsky folgte sein Sohn Stefan, zu seinen Ministern ernannte er Timo Büttner und Lars Stapelmann.

Beiden Majestäten wurden im November auf dem Krönungsball in der Halle 9 die Insignien zur Regentschaft verliehen. Während Georg Krüll den Wanderpokal für den König der Passiven erhielt, bekam König Stefan das Königssilber aus den Händen des amtierenden Schützenkönigs Josef Lickes überreicht. Auch an diesem Abend wurde bis tief in die Nacht mit den zahlreichen Gästen weiter gefeiert.

Der OTV Jägerzug "Grün Weisse Jungens" wünscht allen Schützen allzeit "Gut Schuss"